Letztes Wochenende (16.-17.6.) waren wir auf dem Boot - auf unserem Boot, genauer gesagt :-) Das Wetter war zwar ziemlich bescheiden, aber wir haben es trotzdem sehr genossen. Man schaltet einfach komplett ab, wenn man an Bord geht.
Am Samstag haben wir es sehr gemächlich angehen lassen. Ausgeschlafen, schön gefrühstückt (mit Spiegelei) und dann gebastelt. Jetzt gehen auch Topplicht und Decksbeleuchtung, wenn man die entsprechenden Schalter betätigt. Da waren beim Maststellen wohl ein paar Kabel vertauscht worden. Außerdem - endlich (!) - ist das Funkgerät nun korrekt installiert und empfängt auch brav im DSC-Modus die Daten des GPS . Außerdem haben wir den Tag genutzt, um beide Batterien wieder richtig aufzuladen. Der Motor war dazu bislang nicht in der Lage, weil die Lichtmaschine nicht in Ordnung war. Das ist in der letzten Woche repariert worden. Nun sollte es also problemlos funktionieren.
Am Samstagabend ist das Wetter etwas besser geworden. Die Kuchenbude ist trocken geworden. Bevor sie wieder einregnet, haben wir sie kurzerhand abgebaut. So ging der Tag vorüber. Abends haben wir an Bord gekocht. Dazu gab es Rotwein und Flens aus dem kleinen Laden im Hafen. Und gegen 21:30 haben wir auch noch die Genua angeschlagen - unsere Stegnachbarn müssen den Eindruck bekommen haben, wir starten zu einem Nachttörn :-)
Die Nacht war trocken und recht ruhig. Am Sonntag kommt sogar die Sonne raus und es weht ein spürbarer Wind aus SW. Super!! Dann kommen wir doch noch raus und können die Segel lüften. Vorher schauen wir noch bei der Tankstelle vorbei. Die befindet sich in Gelting-Mole rechst neben der Krananlage und wird vom Hafenmeister bedient. Ein echtes "Power"-Gerät ... ich schätze mal, es wird viermal so viel Diesel pro Sekunde durch den Schlauch gepumpt wie an einer einfachen Autotankstelle.
Gegen 12:00 kommen wir dann endlich los. Herrlich, einfach mal ohne großen Plan raussegeln und eine Runde drehen. Der Wind von achtern schiebt uns ganz gut an. Petra sitzt an der Pinne und steuert unsere Sophie souverän auf die offene Bucht von Gelting.
Plötzlich schläft der Wind ein. Dafür schiebt sich eine große dunkle Wand über die Bucht. Die Regenfront, die auf uns zukommt, macht sich durch lauten Brausen bemerkbar. Kaum hat sie uns erreicht, sind wir von Gischt umnebelt. Sichtweite vielleicht noch 100m. Faszinierend, das kann man sich an Land kaum vorstellen.
Wir treten den Rückweg an - zum Glück gibt es ja Instrumente, die einem den Weg auch bei verminderter Sicht weisen. Auf dem Schlag zurück macht sich das Funkgerät bemerkbar. Irgendjemand hat einen DSC-Notalarm abgesetzt. Wenige Sekunden später melden sich die Rettungsleitstellen von Dänemark (Lyngby Radio) und Deutschland (Bremen Rescue), um in Erfahrung zu bringen, ob es sich tatsächlich um einen Notfall handelt. Nach einigem hin und her und mehreren Nachfragen ist irgendwann klar, dass dies nur ein versehentliches Aktivieren der Distress-Taste war. Gottseidank! Aber auch beruhigend, zu erleben, wie schnell sich z.B. Bremen Rescue meldet. Nebenbei - so konnten wir uns auch von der korrekten Funktionalität unserer Funke im DSC-Modus überzeugen.
Wir werden noch mehrfach richtig geduscht ... zum letzten mal unmittelbar beim Anlegen. Aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Auch mit Regen muss man klar kommen. Wir sind froh, noch einen Schlag nach draussen gemacht zu haben. Nun geht es Richtung Heimat - bzw. erst mal nach Hamburg. Dort habe ich morgen noch einen Termin. Aber das Wichtigste ist: Nächstes Wochenende kommen wir wieder und bleiben dann auch eine ganze Woche!!